Rückenwind für die Schiene: Von der Saftbahn profitieren – auch in Aken (Elbe)
Die positive Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der „Saftbahn“ zwischen Bitterfeld und Stumsdorf ist ein starkes Signal für unsere gesamte Region. Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Schwung auch die Strecke Köthen-Aken erreicht, um unsere Heimat nachhaltig zu stärken.
Was ist die Saftbahn und warum ist sie wichtig?
Die „Zörbiger Saftbahn“ ist die historische Eisenbahnstrecke zwischen Bitterfeld und Stumsdorf. Ihren charmanten Namen verdankt sie dem jahrzehntelangen Transport von Zuckerrüben zur Zörbiger Saftfabrik, sie war das industrielle Rückgrat der Stadt. Doch sie war weit mehr als nur ein Industriegleis: Bis zur Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs im Herbst 2002 war sie eine unverzichtbare Lebensader, die die Menschen in der Region mobil hielt. Eine aktuelle Machbarkeitsstudie bescheinigt der Strecke nun ein hohes Nachfragepotenzial und damit reelle Chancen auf eine Reaktivierung. Dieser Erfolg zeigt deutlich: Totgesagte Schienenwege haben eine Zukunft, wenn man mutige Konzepte verfolgt und den Nutzen für die Bürger in den Vordergrund stellt.
Erfolg für Aken (Elbe): Stilllegung abgewendet
Was bei der Saftbahn nun möglich scheint, haben wir für Aken (Elbe) bereits in einem ersten, entscheidenden Kraftakt Realität werden lassen. Die drohende Stilllegung der Strecke Köthen-Aken war eine Gefahr für unsere wirtschaftliche Entwicklung. Durch unseren unermüdlichen Einsatz als FDP-Stadtratsfraktion und FDP Aken (Elbe) konnten wir, in enger Abstimmung mit unserer Landtagsfraktion, dem Ministerium für Digitales und Infrastruktur sowie der Stadtverwaltung, dieses Szenario verhindern. Nach der Sanierung ist die Schiene nun wieder für den Güterverkehr nutzbar. Das ist kein Selbstzweck, sondern die Grundvoraussetzung, um Firmenstandorte zu sichern und Aken (Elbe) wieder ans überregionale Schienennetz anzubinden.
Wir wollen bei der Sicherung des Güterverkehrs nicht stehen bleiben. Das positive Signal der Saftbahn muss als Beschleuniger für unsere Strecke nach Aken (Elbe) dienen. Wenn Köthen optimal angebunden ist, muss auch Aken (Elbe) als direkter Nachbar von diesen Synergien profitieren. Uns ist bewusst, dass der Weg zu einem regelmäßigen Personenverkehr noch große Hürden bereithält: Investitionen in moderne Signaltechnik sind zwingend erforderlich, Bahnhöfe müssen umfassend renoviert und die gesamte Infrastruktur für den modernen Fahrgastbetrieb ertüchtigt werden. Doch wir scheuen diesen Aufwand nicht. Eine starke Schienenanbindung ist ein echter Standortvorteil, der unsere Region für Familien und Fachkräfte attraktiver macht und den ländlichen Raum nicht abhängt.
Standortvorteil Schiene – mehr als nur Pendelverkehr
Selbst wenn ein regulärer Taktverkehr aufgrund der hohen Investitionsbedarfe Zeit benötigt, kämpfen wir für greifbare Zwischenziele. Wir wollen, dass unsere Strecke zumindest für Sonderfahrten, beispielsweise wieder im Rahmen des Akener Stadtfestes, zur Verfügung steht. Die Nachfrage und der Wunsch in der Bevölkerung sind spürbar groß; das Interesse an nostalgischen oder ereignisbezogenen Fahrten zeigt, wie tief die Eisenbahn in der Identität unserer Stadt verwurzelt ist. Wir machen uns für die Schiene stark, nicht weil es der bequemste Weg ist, sondern weil es die richtige Entscheidung für die Entwicklung aller Orte und Gemeinden entlang der Strecke ist. Eine funktionierende Infrastruktur ist das Fundament für ein Wachstum, von dem wir alle profitieren.
